Erwachsene in meinem Klavierunterricht

Bild Erwachsene in meinem Kl.unter.

Hallo Ihr Lieben,

immer mehr ältere Menschen kommen zu mir, sei es, um Klavierspielen neu zu beginnen oder an früher Gelerntem anzuknüpfen. So besteht gut die Hälfte meiner Schülerschaft aus Erwachsenen.

Das war vor 20 Jahren noch nicht so. Ich hatte viel mehr Kinder und Jugendliche in meinem Unterricht. Sicher spielt der demographische Wandel eine Rolle aber interessant für mich dabei ist, dass Erwachsene anders lernen als jüngere Menschen. Sie sind auch anders motiviert und verfolgen andere Zielsetzungen als Jüngere.

Durch meine vielfältigen Unterrichtserfahrungen kann ich mich in die individuelle Lebenssituation des Schülers/der Schülerin einfühlen und sie beim Lernen und Verfolgen ihrer individuellen Ziele und musikalischen Wünsche begleiten.

Dabei verstehe ich mich weniger als eine Vermittlerin von Wissen, als eher eine Lernberaterin bei der selbstständigen Entdeckung und Selbstverwirklichung des Schülers/der Schülerin von und durch das Instrument und die Musik.

Eine ruhige Umgebung in der sich der Schüler/die Schülerin entspannen kann und sich ganz ohne Zeitdruck wohlfühlt, ist für mich eine weitere Voraussetzung erfolgreichen Lernens.

Wissenswert ist auch, dass bei Erwachsenen überwiegend die linke Hemisphäre des Gehirns dominiert, die u.a. zuständig ist für Sprache und Analyse. Bei Anfängern muss also zunächst die rechte Hemisphäre (zuständig u.a. für Bilder, Tongedächtnis und Klangvorstellung) trainiert werden, beispielsweise durch Nachsingen oder Nachspielen des Gehörten, Improvisation und in-sich-hineinhören zur Entwicklung der Klangvorstellung.

Erst danach beginne ich mit der Notation, denn nur so kann der Schüler einen Zustand erreichen, indem er/sie Klavierspielen als entspannendes Fließen und Versinken im Klang und somit Freude und Spaß am Tun empfindet.

Schöne Momente sind auch „Aha-Erlebnisse“ im Unterricht, wenn z.B. der Schüler/die Schülerin sagt: „ Das ist genau wie beim Golfen“, oder „das ist genau wie beim Aikido“. Dann haben sie das „Flow-Gefühl“ auch beim Musizieren erreicht.

Und genau diese Erwartung auch schon bei Anfängern zu erfüllen ist eins der Hauptgründe, warum mir mein Beruf so viel Freude und Spaß bereitet.

Was habt Ihr für Erfahrungen mit erwachsenen Schülern gemacht? Was sind deren Motivationen und Ziele? Fällt es Euch schwerer oder leichter sich auf deren Musikwünsche oder z.B. auch motorische Schwierigkeiten einzustellen?

Auch Schüler sind hier gefragt! Worauf kommt es Euch am meisten in einem guten Klavierunterricht an? Welche Rolle spielt das Klavierüben und Klavierspielen in Eurem Alltag?

Ich freue mich auf Eure feedbacks und zahlreichen Kommentare!

 

Herzlich

Eure Katja Fink

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