Isometrische Übungen

Isometrische ÜbungenHallo Ihr Lieben,

hier wieder ein Tipp, wie man sich vor der Unterrichtsstunde, z.B. auf dem Weg dorthin in Bus und Bahn, ohne Instrument auf das Spiel vorbereiten kann, wenn man vorher keine Gelegenheit dazu hatte, sich einzuspielen.

„Sie sind gut eingespielt!“ sagte mein Professor am Anfang der Stunde zu mir, nachdem ich mein erstes Stück vorgetragen hatte. Dabei hatte ich an diesem Tag noch keine einzige Taste berührt, sondern war nur dem Tipp eines Kontrabassisten gefolgt, der mir im Zug auf der Fahrt von Hamburg nach Hannover zufällig einmal gegenüber saß.
Wir kamen ins Gespräch und er zeigte mir eine eigentlich simple Übung (s.Bild), die es aber in sich hat und die ich, neben weiteren Übungen, bis heute (20 Jahre später) praktiziere; allein und mit älteren Schülern zu Beginn des Unterrichts.

Erklärung zum Bild:
Durch die Seitwärtsbewegung der Finger (Öffnen und Schließen des 2.und 5. Fingers im Wechsel mit 3. und 4. Finger) anfangs mit einer, dann mit beiden Händen gleichzeitig und schließlich in gegenläufiger Bewegung mit beiden Händen, werden die Zwischenknochenmuskeln und natürlich die Koordination und Unabhängigkeit der Finger trainiert, die für das Klavierspiel unerläßlich sind.

Isometrisches Training kräftigt die Muskulatur auf sanfte und einfache Weise. Das bewusste Anspannen der einzelnen Muskelgruppen, das gezielte Halten dieser Muskelspannung mit anschließendem Lösen der Spannung, stärkt das Muskelgewebe. Der große Vorteil dieser besonderen Trainingsmethode: sie ist zu jeder Zeit und überall einsetzbar bzw. durchführbar. Ob am Arbeitsplatz, unterwegs mit Bus, Bahn oder Flugzeug.

Auf meiner aktuellen Recherche im Internet stellte ich leider fest, daß Milton Raskins „Isometrics for pianists“ seit langer Zeit vergriffen sind. Auch im Präsenzbestand der Musikbibliotheken der Hamburgischen und Hannoverschen Hochschulen für Musik und Theater, wo ich sie damals fand, existieren sie nicht mehr.

Umso größer die Freude, jetzt ähnlich wertvolle Übungen  als ebook von E.J.Pickles unter dem Titel „COWLING SYSTEM of HAND STRENGHTENING EXERCISES“ mit vielen farbigen Abbildungen gefunden zu haben. Die Kommentare auf der Internetseite sind nicht übertrieben. Diese Übungen halten was sie versprechen! Einziger Nachteil: sie werden auf Englisch erklärt.
Die Übungen sollten maximal ein paar Minuten täglich trainiert werden, da die beanspruchten Muskeln sehr empfindsam reagieren und durch die Anstrengung schnell ermüden.

Auch meine Schüler spüren den Effekt. Zu Beginn der Stunde ist es gleichzeitig eine gute Übung vom Alltag draußen abzuschalten, da man immer bis fünf pro Übung abzählt und sich dabei ganz auf die Hände und Finger konzentriert.
Durch die Isometrie fühlen diese sich nach wenigen Minuten in Form an, was der Schüler auch sofort an seinem Spielklang hören kann.

Wie man den ganzen Körper auch ohne Instrument mit kurzen Spaß machenden Übungen gut auf das Musizieren, und speziell auf das Klavierspiel einstimmen kann,
erkläre ich in weiteren Beiträgen.

Gerne höre ich von Euch feedbacks über Eure Erfahrungen mit diesen Übungen.

Herzlich

Eure Katja Fink

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